Es werde Licht: Die Technik Li-Fi k?nnte Apples ?kosystem erneut auf den Kopf stellen – wie es seinerzeit mit USB geschah.
Ein Blick zurück: Im?Mai 1998 pr?sentierte Steve Jobs auf Apples Entwicklerkonferenz WWDC den iMac, eine Art von Wiederkehrer des ersten Macintosh, der das ?kosystem Apples komplett auf den Kopf stellen sollte. Kein Port für SCSI, die damals popul?rste Schnittstelle für anspruchsvolle Rechner, auch kein propriet?rer Apple Desktop Bus (ADB) mehr für Tastatur und Maus, stattdessen nur noch das relativ junge USB für Peripherie und Konnektivit?t aller Art. USB-Ger?te hatte es seinerzeit aber kaum gegeben, es war, als ob Apple eine Wette auf die Schnittstelle einging. Der Ausgang ist bekannt, die Wette gewonnen. USB und Thunderbolt haben mittlerweile auch das seinerzeit von Apple und Sony entwickelte Firewire überflüssig gemacht, das seine Premiere wenig sp?ter im Power Mac G3 Yosemite feierte und alsbald auch in den iMac Einzug hielt.
Apple war mit dem Weglassen von Schnittstellen und der Einführung neuer Ports nicht nur einmal konsequent. Das betrifft auch drahtlose, man denke nur an Airport, das vor 1999 den vergleichsweise unsexy Namen IEEE 802.11b trug. Oder der Konsequenz des Macbook Air und des Macbook von 2015 mit seiner USB-C-Buchse. Vom Umstieg der iOS-Ger?te vom 30-poligen Dockanschluss zu Lightning gar nicht zu reden. Nun k?nnte aber die n?chste Revolution in Sachen Konnektivit?t anstehen. Mit Li-Fi wird es Licht bei Apple.
Mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs
Eine neue Technik sendet immer ihre Vorboten. Bei Li-Fi ist es ein eher unscheinbarer Eintrag in den Cache-Dateien von iOS 9.1, den ein Jailbreaker aufgest?bert hat. In den Codezeilen war etwas von einer "Li-Fi capatibility" zu lesen – kein Schreibfehler, sondern pure Absicht. Apple bereitet seine Systeme anscheinend auf eine neue Schnittstellentechnologie vor.
Die Technologie setzt auf Licht anstatt elektrischen Strom als Tr?germedium für Informationen. Theoretisch kann ein Li-Fi-f?higes Ger?t von LED-Leuchten in der Umgebung theoretisch bis zu 224 Gigabit pro Sekunde an Daten empfangen. Noch steckt die Anwendung aber in den Kinderschuhen, das Startup?Velmenni?aus Estland hat es aber immerhin geschafft, in der realen Welt eine Datenübertragungsrate von 1 Gbps zu erreichen – das ist aber immer noch das zehnfache der Maximalgeschwindigkeit, welche die Telekom in Deutschland per VDSL über seine Kupferkabel anbietet.
Aber nicht nur die Geschwindigkeit ist ein Argument für Li-Fi, auch wenn die 224 Gbps nicht weit entfernt sind. Auf der anderen Seite stehen Sicherheitsaspekte. Li-Fi-Verbindungen sind auf Sichtkontakt angewiesen, was den Vorteil bietet, dass Dritte nicht mehr durch W?nde lauschen k?nnen, wie es bei den Gigahertzwellen von Wi-Fi der Fall ist. Wozu also noch verschlüsseln und sichere Passworte einsetzen, wenn das Signal den Raum nicht verlassen kann? Sensible Daten lassen sich per Li-Fi genau so sicher vom Computer auf ein Peripherieger?t übertragen, wie es heute via Thunderboltkabel der Fall ist – nur eben weit bequemer. Ein weiterer Vorteil: Li-Fi-Signale st?ren das drahtlose Netz oder andere Elektronik nicht. Im Flugzeug, Hospit?lern oder anderen sensiblen Umgebungen lie?e sich Li-Fi ohne Weiteres betreiben.
Li-Fi-Sender k?nnen ganz einfache LED-Lampen sein, die in einer dem menschlichen Auge unsichtbaren Frequenz flackern. Die derart übertragene Information wird heute noch von optischen Detektoren für USB gewandelt, aber das wird in Zukunft gewiss eleganter funktionieren.
In das Licht getanzt
Li-Fi wird aber gewiss nicht Wi-Fi auf dem iPhone ersetzen, was ja auch kaum denkbar erscheint – schlie?lich will man auch durch W?nde hindurch kommunizieren k?nnen. Li-Fi k?nnte aber zu einer sinnvollen Erg?nzung werden. Denkbar w?re etwa eine optionale Beschleunigung des Netzes. So wie heute bei schlechtem WLAN-Empfang das iPhone auf LTE umschaltet (wenn man das nicht aus Gründen deaktiviert hat), k?nnte man künftig innerhalb eines bestimmten Raumes von WLAN auf Li-Fi das iPhone automatisch umschalten lassen, um noch h?here Datenübertragungsraten zu erreichen. Ein Empf?nger w?re dann schon im iPhone eingebaut - in der Tasche darf es dafür aber nicht stecken.
Eine andere Anwendung hat das niederl?ndische Unternehmen Philips mit seinen intelligenten Hue-Lampen im?Boerhaave-Museum?in Leiden ausprobiert: Beacons. Museumsbesucher bek?men mit der Technik Informationen zur Ausstellung auf ihr iPhone oder ein anderes Leseger?t gespielt, ohne jedes Zutun. Die Bandbreite ist auch bedeutend gr??er. W?hrend heutige Bluetooth-Beacons gerade mal Push-nachrichten auf die Ger?te schicken, würde ein Li-Fi-Beacon im Apple Store oder im Museum komplette HD-Videos streamen k?nnen.
Lichtspiele auf dem TV
Doch vor allem eine station?re Anwendung k?nnte von Li-Fi profitieren: Das Apple TV. Anders als iPhone und iPad verharrt es meist am gleichen Platz unter dem Fernsehapparat. Die hohen Datenübertragungsraten k?nnten Anbieter von Videostreams in h?chster Qualit?t dazu nutzen, bestehende Kuper- und Glasfasernetze zu umgehen.
Das Apple TV ist aber weit mehr als ein HDMI-Adapter, mit zunehmender Vernetzung des Internets der Dinge k?nnte die unscheinbare Box das zentrale Steuerelement im Smart Home werden. Dabei k?nnte es im Hintergrund zahlreiche Aufgaben via Li-Fi wahrnehmen, ohne die bestehenden Wi-Fi-Netze zu st?ren: HD-Streams laden, beim Betreten des Raumes sofort den auf dem iPhone abgespielten Song aus Apple Music auf die Stereoanlage bringen und weit mehr alles in Sekundenbruchteilen.
Helle Zukunft
Als der iMac im Sommer 1998 auf den Markt kam, dauerte es nicht lange, bis USB-Peripherie in Hülle und Fülle zu kaufen war. Bei Li-Fi wird das aber noch l?nger dauern, es ist wenig vorstellbar, dass sich schon das iPhone 7 darauf versteht. Aber wom?glich die n?chste Generation zwei Jahre sp?ter, also ab Herbst 2018? Dann w?re es auch gar nicht so lange hin bis zum Jahre 2019/20, zu dem angeblich das Apple Car auf der Stra?e rollen wird. Gleichwohl, ob Apple nun selbst an einem Fahrzeug herumtüftelt oder nur fortschrittliche Elektronik für den Verkehr der Zukunft entwickelt, Li-Fi k?nnte innerhalb eines autonom fahrenden Autos das Thema der Konnektivit?t auf ein ganz neues Niveau heben. Die Zukunft des iPhone und verwandter Produkte leuchtet weiter hell.
Ein Blick zurück: Im?Mai 1998 pr?sentierte Steve Jobs auf Apples Entwicklerkonferenz WWDC den iMac, eine Art von Wiederkehrer des ersten Macintosh, der das ?kosystem Apples komplett auf den Kopf stellen sollte. Kein Port für SCSI, die damals popul?rste Schnittstelle für anspruchsvolle Rechner, auch kein propriet?rer Apple Desktop Bus (ADB) mehr für Tastatur und Maus, stattdessen nur noch das relativ junge USB für Peripherie und Konnektivit?t aller Art. USB-Ger?te hatte es seinerzeit aber kaum gegeben, es war, als ob Apple eine Wette auf die Schnittstelle einging. Der Ausgang ist bekannt, die Wette gewonnen. USB und Thunderbolt haben mittlerweile auch das seinerzeit von Apple und Sony entwickelte Firewire überflüssig gemacht, das seine Premiere wenig sp?ter im Power Mac G3 Yosemite feierte und alsbald auch in den iMac Einzug hielt.
Apple war mit dem Weglassen von Schnittstellen und der Einführung neuer Ports nicht nur einmal konsequent. Das betrifft auch drahtlose, man denke nur an Airport, das vor 1999 den vergleichsweise unsexy Namen IEEE 802.11b trug. Oder der Konsequenz des Macbook Air und des Macbook von 2015 mit seiner USB-C-Buchse. Vom Umstieg der iOS-Ger?te vom 30-poligen Dockanschluss zu Lightning gar nicht zu reden. Nun k?nnte aber die n?chste Revolution in Sachen Konnektivit?t anstehen. Mit Li-Fi wird es Licht bei Apple.
Mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs
Eine neue Technik sendet immer ihre Vorboten. Bei Li-Fi ist es ein eher unscheinbarer Eintrag in den Cache-Dateien von iOS 9.1, den ein Jailbreaker aufgest?bert hat. In den Codezeilen war etwas von einer "Li-Fi capatibility" zu lesen – kein Schreibfehler, sondern pure Absicht. Apple bereitet seine Systeme anscheinend auf eine neue Schnittstellentechnologie vor.
Die Technologie setzt auf Licht anstatt elektrischen Strom als Tr?germedium für Informationen. Theoretisch kann ein Li-Fi-f?higes Ger?t von LED-Leuchten in der Umgebung theoretisch bis zu 224 Gigabit pro Sekunde an Daten empfangen. Noch steckt die Anwendung aber in den Kinderschuhen, das Startup?Velmenni?aus Estland hat es aber immerhin geschafft, in der realen Welt eine Datenübertragungsrate von 1 Gbps zu erreichen – das ist aber immer noch das zehnfache der Maximalgeschwindigkeit, welche die Telekom in Deutschland per VDSL über seine Kupferkabel anbietet.
Aber nicht nur die Geschwindigkeit ist ein Argument für Li-Fi, auch wenn die 224 Gbps nicht weit entfernt sind. Auf der anderen Seite stehen Sicherheitsaspekte. Li-Fi-Verbindungen sind auf Sichtkontakt angewiesen, was den Vorteil bietet, dass Dritte nicht mehr durch W?nde lauschen k?nnen, wie es bei den Gigahertzwellen von Wi-Fi der Fall ist. Wozu also noch verschlüsseln und sichere Passworte einsetzen, wenn das Signal den Raum nicht verlassen kann? Sensible Daten lassen sich per Li-Fi genau so sicher vom Computer auf ein Peripherieger?t übertragen, wie es heute via Thunderboltkabel der Fall ist – nur eben weit bequemer. Ein weiterer Vorteil: Li-Fi-Signale st?ren das drahtlose Netz oder andere Elektronik nicht. Im Flugzeug, Hospit?lern oder anderen sensiblen Umgebungen lie?e sich Li-Fi ohne Weiteres betreiben.
Li-Fi-Sender k?nnen ganz einfache LED-Lampen sein, die in einer dem menschlichen Auge unsichtbaren Frequenz flackern. Die derart übertragene Information wird heute noch von optischen Detektoren für USB gewandelt, aber das wird in Zukunft gewiss eleganter funktionieren.
In das Licht getanzt
Li-Fi wird aber gewiss nicht Wi-Fi auf dem iPhone ersetzen, was ja auch kaum denkbar erscheint – schlie?lich will man auch durch W?nde hindurch kommunizieren k?nnen. Li-Fi k?nnte aber zu einer sinnvollen Erg?nzung werden. Denkbar w?re etwa eine optionale Beschleunigung des Netzes. So wie heute bei schlechtem WLAN-Empfang das iPhone auf LTE umschaltet (wenn man das nicht aus Gründen deaktiviert hat), k?nnte man künftig innerhalb eines bestimmten Raumes von WLAN auf Li-Fi das iPhone automatisch umschalten lassen, um noch h?here Datenübertragungsraten zu erreichen. Ein Empf?nger w?re dann schon im iPhone eingebaut - in der Tasche darf es dafür aber nicht stecken.
Eine andere Anwendung hat das niederl?ndische Unternehmen Philips mit seinen intelligenten Hue-Lampen im?Boerhaave-Museum?in Leiden ausprobiert: Beacons. Museumsbesucher bek?men mit der Technik Informationen zur Ausstellung auf ihr iPhone oder ein anderes Leseger?t gespielt, ohne jedes Zutun. Die Bandbreite ist auch bedeutend gr??er. W?hrend heutige Bluetooth-Beacons gerade mal Push-nachrichten auf die Ger?te schicken, würde ein Li-Fi-Beacon im Apple Store oder im Museum komplette HD-Videos streamen k?nnen.
Lichtspiele auf dem TV
Doch vor allem eine station?re Anwendung k?nnte von Li-Fi profitieren: Das Apple TV. Anders als iPhone und iPad verharrt es meist am gleichen Platz unter dem Fernsehapparat. Die hohen Datenübertragungsraten k?nnten Anbieter von Videostreams in h?chster Qualit?t dazu nutzen, bestehende Kuper- und Glasfasernetze zu umgehen.
Das Apple TV ist aber weit mehr als ein HDMI-Adapter, mit zunehmender Vernetzung des Internets der Dinge k?nnte die unscheinbare Box das zentrale Steuerelement im Smart Home werden. Dabei k?nnte es im Hintergrund zahlreiche Aufgaben via Li-Fi wahrnehmen, ohne die bestehenden Wi-Fi-Netze zu st?ren: HD-Streams laden, beim Betreten des Raumes sofort den auf dem iPhone abgespielten Song aus Apple Music auf die Stereoanlage bringen und weit mehr alles in Sekundenbruchteilen.
Helle Zukunft
Als der iMac im Sommer 1998 auf den Markt kam, dauerte es nicht lange, bis USB-Peripherie in Hülle und Fülle zu kaufen war. Bei Li-Fi wird das aber noch l?nger dauern, es ist wenig vorstellbar, dass sich schon das iPhone 7 darauf versteht. Aber wom?glich die n?chste Generation zwei Jahre sp?ter, also ab Herbst 2018? Dann w?re es auch gar nicht so lange hin bis zum Jahre 2019/20, zu dem angeblich das Apple Car auf der Stra?e rollen wird. Gleichwohl, ob Apple nun selbst an einem Fahrzeug herumtüftelt oder nur fortschrittliche Elektronik für den Verkehr der Zukunft entwickelt, Li-Fi k?nnte innerhalb eines autonom fahrenden Autos das Thema der Konnektivit?t auf ein ganz neues Niveau heben. Die Zukunft des iPhone und verwandter Produkte leuchtet weiter hell.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen